DIE UNTERWANDERUNG DES RAUMES

POSTED IN archiv, lehre 04/05/2011

PARASITEN: DIE UNTERWANDERUNG DES RAUMES ist ein Projekt von Candy Lenk und Anna Borgman im Rahmen eines Lehrauftrags (Vertiefungskurs räumliche Gestaltung) an der Kunsthochschule Berlin Weißensee.

Parasiten sind abscheulich, sie sind klein, kommen immer zu mehreren und dann von hinten oder unten. Sie entziehen sich etablierter Tauschbeziehungen und leben ausschließlich vom einkommen ihres Wirts.

Parasiten tragen aber auch Verantwortung für das Überleben (Funktionsfähigkeit) ihres Wirts. Sie haben sogar die Fähigkeit als eine Art Erreger das Wirtssystem zu beeinflussen. Das Wirtssystem kann nicht in seiner Natur, seiner Form, seinen Elementen, Relationen und Wegen umgestaltet werden. Aber kann in seinem Zustand ohne aggressive Umformungen in kleinen Schritten verändert werden. Das Parasitäre stellt zunächst eine Störung innerhalb des Systems dar, es regt Veränderungen an und verschiebt Ordnungsverhältnisse, wodurch sich die Komplexität des Gesamtsystems erhöht.

Das Parasitäre ist ein Modell, das die Paradoxie der Widerspenstigkeit gegen ein System und gleichzeitig die Anschlussfähigkeit an eben dieses kritisierte System beschreibt. Der Parasit ist eine Figur des Übergangs, die sich an Bedeutungsgrenzen aufhält und sich dabei einer Differenzierung von gut und böse entzieht. Es ist nicht mit dem Wirt aber auch nicht gegen ihn.

Ziel ist die Untersuchung parasitärer Modelle auf Basis unterschiedlicher Erscheinungsformen von Raum.

www.kh-berlin.de

 

Foto: Cymothoa Exigua ist eine Assel, die die Zunge ihres Wirtsfisches auffrisst und sich an der Stelle des Organs festsetzt.

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