TAUSEND METER

POSTED IN archiv, kunst, ausstellungen, konzeptionelle gestaltung 15/10/2014

Anna Borgman und Candy Lenk nehmen den kommenden Jahrestag des Mauerfalls zum Anlass und stellen mit ihrer Installation TAUSEND METER eine Stahlzaunanlage von 1000 m Länge als Reservoir im öffentlichen Raum bereit. Die Installation ist Teil des Urban Art Festival „Berlin Unlimited“ und Anfang Okt. im Stadtgaren Berlin Moabit zu sehen.

Die Installation TAUSEND METER komprimiert eine 1 km lange Zaunanlage zu einem 4 m hohen Kubus. Durch Verdichtung wird die Linearität des Zaunes zu einem kompakten Block transformiert. Die dreihundertfache Überlagerung immer gleicher Raster entfaltet im Inneren eine neue tiefenräumliche Strukturen. Das Diesseits und das Jenseits des Zaunes, das Fremde und das Eigene löst sich in der Tiefe der Installation auf. Der Betrachter wird in die Lage versetzt, die Position des Dazwischen einzunehmen und in das unendliche Raumraster des Reservoirs visuell einzutauchen.

Jeder Zaun ist die Vergegenständlichung einer Grenze, der Zaun macht die Grenze körperlich wahrnehmbar. Diese Präsenz der Grenze ist die Basis für die Konstituierung und Differenzierung von Raum. Sie ermöglicht das Lösen des Einen vom Andern. In der Grenze sind die Dinge aber auch Verbunden. Es gibt kein Diesseits ohne das Jenseits des Zaunes. Sowohl die Grenze als auch ihre räumliche Materialisierung als Zaun sind ambivalente Konstruktionen. Sie besitzen eine innere Dynamik. Ihre Regulierung sowie die Errichtung von Zäunen zur Grenzlegung selbst sind klassische Mittel der Machtausübung. Grenzziehungen und Akte der Überwindung von Grenzen lösen sich zyklisch ab. „Man richtet sich nie im Überschreiten ein, man wohnt nie außerhalb. Die Übertretung setzt voraus, daß die Grenze immer wirksam sei.“ *

* Derrida, Jacques: Positionen. Hg. von Peter Engelmann, Wien 1986, S. 47.

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